|
Priester wider Willen: 1779-1792 |
|
|
|
|
Priester wider Willen: 1779-1791
Talleyrands Karriere in
der Kirche ist ein Lehrstück über die Kunst, das Beste aus
einer Situation zu machen. Dem Mann, der noch am Tag vor seiner
Priesterweihe bittere Tränen über sein Schicksal vergossen
hatte, gelang es in den darauf folgenden Jahren, den größtmöglichen
Nutzen aus dem zu ziehen, wozu man ihn so ganz und gar gegen seinen
Willen gezwungen hatte. Bis zu dem Tag, an dem der Lauf der
Geschichte ihm erlaubte, sich zu befreien.
|
|
weiter …
|
|
|
Vom Emigrant zum Außenminister |
|
|
|
|
Der Weg nach oben
Am 21.
September 1796 kehrte Talleyrand nach fast vierjährigem Exil nach Paris zurück - zwar offiziell rehabilitiert, aber nahezu mittellos und ohne jegliche Macht. Am 17. Juli 1797, weniger als ein Jahr später, ernannte ihn Paul Barras zum Außenminister. Ein beispielloser Karrieresprung, zu dem Vorträge über Wirtschaftspolitik, eine Selbstmorddrohung, ein ertrunkener Liebhaber, Germaine de Staël und große Schauspielkunst beitrugen.
|
|
weiter …
|
|
|
Im Folgenden möchte ich eine recht wenig beachtete Zeit beschreiben: Die vier Jahre, die Talleyrand im Exil verbrachte. Dieser Abschnitt seines Lebens wird in vielen Biographien mit einigen wenigen Sätzen abgehandelt, und tatsächlich erscheint er auf den ersten Blick uninteressant, da Talleyrand damals über keinerlei politische Macht verfügte und im Wesentlichen nichts tat, als darauf zu warten, dass sich die Dinge in Frankreich wieder zu seinen Gunsten änderten. Aber genau deshalb, weil wir es hier nicht mit dem taktierenden Politiker, dem intriganten Diplomaten zu tun haben, erlaubt uns diese Zeit, einen Blick auf den Menschen Talleyrand zu werfen. Und das, so meine ich, macht diese Zeit wert, genauer betrachtet zu werden. |
|
weiter …
|
|
|
Talleyrands Kindheit und Jugend |
|
|
|
"Meine frühen Jahre waren freudlos"
Mit
diesem lapidaren Satz beschreibt ein Mann seine Kindheit, der sein
Leben lang unter der Lieblosigkeit und der Gleichgültigkeit gelitten
hat, die sie ausmachte - und einer Vernachlässigung, die in dauerhafter
physischer Versehrtheit kulminierte.
Wenn man eine Annäherung an ein Verständnis
seines Charakters wagen will, wenn man verstehen möchte, was ihn zu dem
machte, was er war, dann muss man seine Kindheit und Jugend kennen.
Deshalb möchte ich an dieser Stelle, abseits von Politik, weit entfernt
vom ’Glamour’ des Hofes und von pikanten oder romantischen Amouren, das
Bild einer Kindheit und Jugend zeichnen, die von Schmerzen, Einsamkeit,
unerfüllter Sehnsucht nach Zuwendung und Liebe, stillem Trotz und
verletztem Stolz geprägt war.
|
|
weiter …
|
|
|